Als Kunstschaffende Person stehen wir unter permanentem Leistungs- und Vergleichsdruck. Auf Hierarchie und Bewertung basierende Ausbildungsstrukturen verstärken den Eindruck, Wert und Zulassung nur durch Anerkennung zu erreichen und lösen nicht selten Angstzustände, Blockaden, Versagensängste und Phasen der Mutlosigkeit aus. Existenzängste, der Kampf um Förderungen, Stipendien, Jobs spitzen unsere Ellbogen und schüren vergleichende Gedanken.
Wie man als kreative Person zu sein hat, welche Wege als erfolgreich zählen, was gut genug ist- diese Erwartungen, ob von außen oder einem selbst initiiert, entfernen uns von einer leichten und wahrhaftigen Existenz und Ausübung unserer Arbeit und stehen oft diametral dem gegenüber, was wir uns für uns und die Welt wünschen.
In UNFOLD stärken wir unser Vertrauen auf unsere künstlerische Praxis, wir konfrontieren uns mit einschränkenden Annahmen und verletzenden Erfahrungen, wir lassen unserer Fantasie freien Lauf und erweitern den Kunstbegriff in Dimensionen, die zu unserer Welt passen. Wir suchen Strategien gegen Inspirationslosigkeit, Ablehnung, Angst und dem Gefühl von Wert- und Sinnlosigkeit. Wir stärken uns gegenseitig, um zu verstehen, dass genug Platz für alle da ist und jeder authentische Ausdruck zählt. Wir schaffen Vertrauen auf Wege, die abseits ausgetretener Pfade verlaufen.
Dabei suchen wir gezielt den Weg raus aus unserer kleinen Parzelle. Wir erleben uns als Teil von Gemeinschaft - ob als Kleingruppe, Konzert- oder Gesamtgesellschaft und verorten uns und unser Tun in einen größeren Kontext.
Reflexion (über Erfolg, Zukunftsvisionen, Glaubenssätze, Fantasie, kreative Praxis)
Meditation (Mantrasingen, Methoden von Marina Abramovic, Gehmeditation)
Traumatherapie (Themen: Blockaden, negative Glaubenssätze, Angst, Stärkung von Resilienz)
Kundalini-Yoga (Arbeit mit Atem und Vagus-Nerv)
Vorträge und Diskussionen zum Thema Kooperation und Solidarität
Gemeinschaft
Partizipation
Mitwirkung beim Festivalprogramm
Magdalena Wolfarth, geboren im hohenlohischen Crailsheim, ist Pianistin, Konzertgestaltern und kreativer Kopf. Ob Projektleiterin, Lehrerin, Performerin, im Tütü-Rock vor Kindergartenkindern oder im Schlafanzug im coolsten Club Hamburgs - ihre Arbeit zeichnet sich durch Erfindergeist und den Versuch aus, ganz sie selbst zu sein. Sie studierte Germanistik, Klavier und Liedgestaltung an den Musikhochschulen in Karlsruhe und Tromsö. Als Dorothea-Erxleben-Stipendiatin unterrichtete sie eine Liedklasse an der HMTM Hannover. Konzerte führten sie u.a. zum detect classic festival, in die Elbphilharmonie, zum Liedstadt-Festival und an die Oper am Rhein. Sie ist Stipendiatin der Orchesterstiftung #MusikerZukunft, der TONALi-Bühnenakademie, erste Preisträgerin der Liedinnovation des Rhonefestivals für Liedkunst sowie im Duo mit Carlotta Lipski Nachwuchspreisträgerin des 1. Josephine-Lang Liedwettbewerbs Tübingen.
Mit UNFOLD verwirklicht sie ihre Vision eines Raums, der Möglichkeit zu Heilung und gedanklicher Freiheit eröffnet. Auf einer Ebene abseits der kritischen Bewertung möchte sie Mut zur kreativen Lebensgestaltung machen und Menschen in ihrer Verbindung zueinander stärken.
Magdalena übernimmt die Kuration der Abendveranstaltungen sowie sämtliche Organisationen rund ums Festival - vom Butterbrot bis zur Kabeltrommel. Sie konzipiert außerdem die Angebote rund um Kreativität und Lebensgestaltung.
Nadar Nihal ist Kundalini Yoga Lehrerin, Mantra-Musikerin und Heilpraktikerin für
Psychotherapie. Seit über 20 Jahren arbeitet sie mit Körper, Atem, Stimme und Bewusstsein. Ihre Arbeit verbindet yogische Praxis mit einem modernen Verständnis von Nervensystem und innerer Regulation.
Im Zentrum steht die direkte Erfahrung: Über Bewegung, Atem, Klang und Stille entsteht ein Raum, in dem Wahrnehmung vertieft und das Nervensystem reguliert werden kann. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf dem Vagusnerv und der Fähigkeit des Systems, in Ruhe, Präsenz und Verbindung zu kommen.
In einer Zeit, in der äußere Reize und Anforderungen stetig zunehmen, unterstützt ihre Arbeit dabei, wieder Zugang zum eigenen Körper zu finden und innere Prozesse klarer wahrzunehmen. Daraus können sich oft von selbst nächste Schritte entwickeln – sei es im Ausdruck, in Entscheidungen oder im Umgang mit sich selbst.
Als Musikerin arbeitet Nadar Nihal mit Mantren, Stimme und Harmonium. Klang dient dabei
als unmittelbares Mittel zur Regulation und zur Öffnung innerer Erfahrungsräume.
Nadar Nihal leitet die morgendlichen Kundalini-Yogaeinheiten, gibt einen Einblick in die Arbeit mit dem Vagus-Nerv und gibt den Ton an beim abendlichen Mantrasingen.
Jessica Jamal, geboren 1978 in Karlsruhe, ist ausgebildete Ergotherapeutin und Geprüfte Psychologische Beraterin (VFP). Sie praktiziert in einer Karlsruher Praxis für Ergo- und Körpertherapie im "psychisch-funktionellen" bzw. psychiatrischen Fachbereich.
Ferner verfügt sie über Fortbildungen in den Bereichen Kognitive Verhaltenstherapie bei Dr. Phil. Silke Linder, "SEI® - Frühe Verletzungen und Entwicklungstrauma erkennen und heilen - Beziehung und Sicherheit mit traumatisierten Klienten" nach Dami Charf und ist Burnout- und Resilienzberaterin (Paracelsus Gesundheitsakademie). Neben ihrer Tätigkeit als Ergotherapeutin
befasst sie sich schwerpunktmäßig mit den Themen Nervensystem, Selbstregulation und Trauma sowie Burnout- und Resilienzberatung.
Jessica leitet einen Workshop zum Thema Glaubenssätze und Blockaden.
Kontakt: [email protected]
Sowie Vorträge und Diskussionen mit:
Prof. Dr. Dirk Brockmann, Vortrag "Survival of the Nettest"
Dirk Brockmann, geboren 1969, ist Professor am Institut für Biologie der Berliner Humboldt Universität. Zuvor lehrte er in den USA. Nach dem Studium der theoretischen Physik und Mathematik hat er sich früh mit komplexen Phänomenen außerhalb der traditionellen Grenzen der Physik beschäftigt. Besonders interessieren ihn Strukturen und Prozesse in komplexen biologischen und sozialen Netzwerken.
Lukas Baumann, Impulsvortrag und Diskussion "Solidarität"
Lukas Baumann, geboren in Crailsheim, lehrt und promoviert an der Uni Klagenfurt zum Thema Solidarität und Migration.
Die Liebesdorfer Mühle befindet sich, wie der Name es verspricht, in dem kleinen Ort Liebesdorf im schönen Brettachtal der Region Hohenlohe. Sie wird mit ihren 17 Betten in 11 Zimmern in den Ferien an Selbstversorger:Innen vermietet. Neben den Zimmern ist sie mit einem gemütlichen Gemeinschaftsraum, einer großen Küche und einem weiteren großen Seminarraum ausgestattet. Im Außenbereich befindet sich eine Außensauna, ein Badefass, eine Feuerstelle, sowie Bachlauf, Teich und Terrasse. Während unseres Aufenthalts dürfen wir uns hier wohlfühlen und den Seminarraum für morgendliche Yogaeinheiten und Workshops nutzen. Abends sitzen wir am Lagerfeuer oder spazieren dem Bachlauf hinterher. Dem Arbeiten zum Gemeinwohl wird ein hoher Wert beigemessen. Wir versorgen uns als Gruppe selbst.
Anreise:
Mit dem Zug bis Crailsheim, Bus 66 Richtung Gerabronn Bhf bis Liebesdorfer Brücke, dann 6 Minuten zu Fuß
UNFOLD ist etwas für dich, wenn:
- du dich professionell mit Kunst beschäftigst (gemeint sind alle Disziplinen)
- du dich blockiert, eingeschüchtert oder unter Druck fühlst und deiner künstlerischen Praxis wieder mehr Leichtigkeit verleihen möchtest
- du mit deiner Idee, Teil eines Festivals sein möchtest und dich für partizipative Kunstansätze interessierst
- du dich als Teil einer interdisziplinären Gruppe mit anderen Kunstschaffenden austauschen möchtest
- du Zeit für Reflexion und Ruhe brauchst
- du die nährende, heilende Kraft von Gemeinschaft erfahren möchtest
- du Lust hast kollaborativ mit anderen Kunstschaffenden zusammen zu arbeiten
Du hast schon seit einiger Zeit eine Idee mit partizipativem oder kollaborativem Ansatz und suchst eine Möglichkeit zum Ausprobieren? Dich interessieren partizipative Kunstansätze und du möchtest über Kunst im öffentlichen Raum nachdenken? Mit ihren zahlreichen Dörfern, den Gemeinden und Städten Gerabronn, Langenburg, Schwäbisch Hall und Kirchberg, bietet die Region Hohenlohe eine Vielzahl an Möglichkeiten partizipative Kreativangebote zu streuen. Ob Briefkastenaktionen, in verwunschenen Ruinen, am Bachlauf, im Freibad, auf dem Dorfplatz oder in der Einkaufsmall, lass deiner Fantasie freien Lauf.
Die Materialkosten können nach Absprache übernommen werden.
Mögliche Orte:
Schlossplatz Kirchberg, Freibad Langenburg, Burgruine Leofels, Ritterareal Einkaufsmall Schwäbisch Hall.
UNFOLD bietet Platz für maximal 15 Kunstschaffende aller Disziplinen in Einzel- und Doppelzimmern.
Um dich auf einen der Plätze zu bewerben, beantworte bitte die folgenden Fragen und sende sie an [email protected]
Bewerbungsschluss ist der 30.5.2026.
Zeit: 11.8.2026 ab 17 Uhr bis 17.8.2026 Abfahrt nach dem Frühstück, eine Teilnahme über den gesamten Zeitraum ist gewünscht
Die Kosten belaufen sich auf 200 Euro Doppelzimmer, 250 Euro Einzelzimmer inklusive Unterkunft, Verpflegung, Festivalbesuch und Workshopangebote. Dieses Angebot wird durch die großzügige Förderung von TONALi und der Rainer-Beck-Stiftung ermöglicht.
Name:
Beruf:
Womit beschäftigst du dich im Moment?
Warum möchtest du bei UNFOLD dabei sein?
Wie könnte eine mögliche Aktion im öffentlichen Raum (oder für uns als Gruppe) von dir aussehen? Die Ideen können skizzenhaft sein oder erste Gedanken umfassen. Sie können auch dazu dienen, sich innerhalb der Woche ko-kreativ damit zu beschäftigen.
Unverträglichkeiten?
Möchtest du im Einzel-oder Doppelzimmer übernachten?
Schicke außerdem eine Auswahl deiner Arbeiten an die angegebene E-Mail-Adresse ([email protected])